Möckenlohe

Ein Ortsteil der Gemeinde Adelschlag im Landkreis Eichstätt - klein an Einwohnern, groß an Geschichte, Gemeinschaft und bayerischer Identität.


Kirche



Möckenlohe wurde schon 908 urkundlich erwähnt. Die Kirche geht auf eine alte Wehranlage des 13. Jhs zurück, das Untergeschoss der Chorturmes stammt noch aus dieser Zeit; im späten 17. Jh. wurde der Turm erhöht. Das Langhaus wurde vor 1624 neu erbaut und im 18. Jh. barockisiert.

Literatur:
Billmeier, Alois, Wanderführer mittlere Donau, Ingolstadt 1963, S. 121.

Quelle Stadt Ingolstadt

Kreuzweg in der Kirche Möckenlohe

Der Kreuzweg Jesu erinnert an den Leidensweg Christi von der Verurteilung bis zur Grablegung. In vierzehn Stationen wird das Geschehen betrachtet, das für Christen zum zentralen Ausdruck von Hingabe, Erlösung und Hoffnung geworden ist. Der Kreuzweg ist kein bloßes historisches Erinnern, sondern eine geistliche Einladung, den Weg Jesu innerlich mitzugehen.

In den Bildern und Texten des Kreuzweges spiegeln sich menschliche Erfahrungen wie Unrecht, Schmerz, Ohnmacht, aber auch Mitgefühl, Treue und Liebe. Jesus nimmt das Kreuz freiwillig auf sich und zeigt damit einen Weg, der durch Leid hindurch zum Leben führt. Jede Station lädt dazu ein, innezuhalten, zu betrachten und das eigene Leben im Licht dieses Weges zu sehen.

Der Kreuzweg wird besonders in der Fastenzeit gebetet, ist aber zu allen Zeiten ein Ort der Besinnung. Er verbindet Glaube, Kunst und Gebet und eröffnet Raum für Stille, Nachdenken und persönliches Gebet. So bleibt der Kreuzweg Jesu bis heute ein lebendiger Weg – ein Weg der Solidarität mit allen Leidenden und ein Zeichen der Hoffnung über den Tod hinaus.

1. Station Kreuzweg





Die Fresken der Pfarrkirche von Möckenlohe

Die meisten Bilder in der Decke der Möckenloher Pfarrkirche gehören zu einem Programm, sind also durch eine bestimmte Idee mit einander verbunden. Es ist die Idee der Verherrlichung und des Lobpreises der Gottesmutter.

Das zentrales Deckengemälde: Die Krönung Mariens

Am unteren Bildrand ist eine Signatur zu erkennen, sie lautet: Joseph Dietrich inv(enit) & pinx(it) 1735 - Joseph Dietrich hat das Bild (und wie wir wissen, auch das ganze Programm der Decke) im Jahr 1735 entworfen und gemalt.

Wer war dieser Joseph Dietrich?

Er kam als der Jüngste von vier Buben eines Schreinermeisters in Wernfels bei Spalt, das damals zum Hochstift Eichstätt gehörte, im Jahr 1696 zur Welt. 1730 heiratete er in Eichstätt die Tochter Anna Maria des Kunstmalers Lorenz Koch. Der Sohn Joseph aus dieser Ehe (im ganzen waren es 9 Kinder) wird wieder Kunstmaler in Ingolstadt.
Außer in Möckenlohe hat Dietrich 1728 die Sankt Martinskirche in Euerwang ausgemalt, in Weißenburg die Spitalkirche zum Heiligen Geist, ein mächtiger Auftrag war die Ausgestaltung der Klosterkirche der Augustiner-Chorherrn in Rebdorf 1734, dann folgt 1735 Möckenlohe, 1737 die Wallfahrtskirche Sankt Anna in Greding, 1738 eine Kapelle in Herrieden, 1739 das Deckengemälde der Kapelle Mariä Himmelfahrt auf dem Frauenberg und 1740 die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Gungolding.
Die genannten Arbeiten sind allesamt Frescomalereien (ital. fresco = frisch). Das heißt, die Malerei wird auf den 'frischen' also feuchten Putz aufgetragen, so dass sich die Farbe mit dem Mörtel verbindet und sehr haltbar wird. Dazu musste aber das Gemälde schon feststehen. Es wurde meist auf einen Karton aufgemalt und dann eins zu eins übertragen.
Mit dem Gemälde auf dem Karton hatte der Auftraggeber außerdem die Gelegenheit, das Bild vor der Übertragung und Fertigstellung zu begutachten. Später, auf dem Putz, konnte nichts mehr korrigiert werden.
Alle Gemälde an der Decke und auf der Empore der Möckenloher Kirche sind also Fresco-Malereien.
Unser Meister Josef Dietrich hat auch in Öl auf Leinwand gemalt. Das sind meist Altarblätter, so zum Beispiel die Altarbilder der Pfarrkirche Sankt Nikolaus in Altdorf.
Gestorben ist Josef Dietrich 1745, also im Alter von 49 Jahren. Dieses Alter entsprach damals der durchschnittlichen Lebenserwartung.

Wer waren die Auftraggeber in Möckenlohe?

Der Pfarrer von Möckenlohe, Josef Apelles, hatte der Gemeinde für die flache Gipsdecke und den Filigranstuck von Franz Horneis aus Eichstätt 200 Gulden vermacht.

Für die Deckenmalerei haben drei Möckenloher Bürger, nämlich ein Georg Würth, ein Franz Gänzberger und ein Jacob Mair und noch ein paar Ungenannte zusammen 45 Gulden gestiftet, nach unserem Wert etwa tausend bis tausendfünfhundert Euro - für eine Arbeit, die etwa ein Dreivierteljahr in Anspruch genommen haben dürfte
Die Krönung Mariens
Die Steinigung des heiligen Stephanus
Der heilige Wendelin
Maria Verkündigung
Geburt Christi
Die sogenannten Embleme-Bilder (Emblem = Sinnbild, Wahrzeichen).

Die 6 Emblem-Bilder sind in der sogenannten Grisaille-Technik gemalt (Grisaille-Technik = verschiedene Töne in gleicher Farbe, also z. B. verschiedenen Grautöne. Im Altarraum 2 Grisaillen in Blau, im Kirchenschiff 4 Grisaillen in Rot)

Die 6 Embleme entnimmt Dietrich einem mariologischen Emblembuch, das ein Benediktinerpater namens Joseph Zoller verfasst hatte und 1712 in Augsburg erschienen war. Jedes einzelne Emblem enthält einen in Bild und Wort verschlüsselten Lobpreis auf die Gottesmutter.
Der Phönix
Die Hand mit dem Zirkel
Ein Putto hält eine Tafel
Eine Palme
Eine Stadt, die durch eine Burg beschützt wird
Die aufgehende Sonne mit Meer und Turm
Die drei Bilder an der Empore.
Seit der Zeit, zu der die Kirche ihre malerische Ausgestaltung bekommen hat, nehmen wir das Datum 1735, bis heute, sind acht Generationen durch diese Kirche gezogen. Acht Generationen haben unter dieser Kirchendecke gebetet. Vielleicht werden sie uns einmal fragen, ob wir, also unsere Generation, alles getan haben, ihren und unseren Glauben so der nächsten Generation weiterzugeben, wie es uns der Maler in seinen Bildern aufgetragen hat.

(Literatur: Grimminger Christina, Der Eichstätter Maler Joseph Dietrich, Bd. 1 und 2, 1991)

Prof. Dr. Michael Steindl